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Die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung ist die rheumatoide Arthritis (RA, früher primär chronische Polyarthritis), bei der viele Gelenke („Poly-“) entzündet sind. Entzündungszellen und Entzündungssubstanzen greifen den Gelenkknorpel direkt an und zerstören langfristig die Gelenke. Die Entzündung betrifft jedoch nicht nur die Gelenke, sondern den gesamten Körper – die Folge können schwere Schäden der inneren Organe sein. Die rheumatoide Arthritis betrifft etwa dreimal mehr Frauen als Männer.
Meist beginnt die rheumatoide Arthritis mit Entzündungen der kleinen Gelenke wie Finger. Neben Rötung, Schwellung und Schmerzhaftigkeit der Fingergelenke zeigt sich eine typische Morgensteifigkeit, die so ausgeprägt sein kann, dass die Betroffenen die Tasse mit dem Frühstückskaffee nicht greifen können. Zeichen allgemeiner Entzündungsaktivität sind Mattigkeit, Nachtschweiße, Appetitlosigkeit und Fieber.
Die Ursache der Erkrankung ist noch nicht geklärt. Es wird eine Fehlregulation des Immunsystems (Autoimmunerkrankung) als Ursache angenommen, die dazu führt, dass das Immunsystem Gelenkstrukturen fälschlicherweise als „fremde Eindringlinge“ erkennt. Die Zellen des Immunsystems greifen den Gelenkknorpel direkt an und zerstören mit der Zeit das Gelenk. Dieser Prozess wird auch als Autoaggression bezeichnet.
Als Auslöser dieser fehlgeleiteten Immunreaktion werden eine erbliche Disposition sowie die Einwirkung bestimmter äußerer Einflüsse (z. B. Rauchen) angenommen. Forschungen der letzten Jahre zeigten vor allem, welche entzündungsfördernden Gewebshormone (sogenannte Zytokine) an der chronischen Entzündung beteiligt sind.
Die rheumatoide Arthritis verläuft in Schüben. Im Verlauf der Erkrankung kommen schwere Entzündungen weiterer Gelenke hinzu, die zu massiven Behinderungen führen und die Lebensqualität der Betroffenen extrem einschränken kann. Durch die Krankheit selbst, aber auch durch die Therapie kommt es sehr oft zum massiven Knochendichteverlust (Osteoporose). Gerade bei jungen Patienten beeinflusst die rheumatoide Arthritis die Lebens- und Berufsplanung erheblich. Man geht davon aus, dass es bei ca. 40 % der Patienten zu einer Verschlechterung der Erkrankung mit bleibenden Schäden kommt.
Zur Behandlung entzündlich rheumatischer Erkrankungen werden verschiedene Medikamente eingesetzt:
Diese Medikamente sind hochwirksam und ihr Einsatz darf nur durch den Arzt und nach eingehender Diagnostik erfolgen.
Auch die physikalische Therapie hat in der Therapie der rheumatoiden Arthritis einen hohen Stellenwert. Krankengymnastik, Bewegungs- und Ergotherapie sowie Massagen sollen die Beweglichkeit und Gelenkfunktion erhalten bzw. verbessern, Wärme- und Kälteanwendungen lindern Muskelverspannungen und Gelenkschmerzen.
Die Deutschen Rheumaliga unterstützt Rheumapatienten in Deutschland mit einem vielfältigen Informations-, Beratungs- und Hilfsangebot. In den vielen Regionalgruppen haben die Patienten die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.
Zur Krankheits- sowie zur Schmerzbewältigung gibt es verschiedene psychologische Verfahren.