Sonstige Folgen

Bei CED kommt es zur Verringerung der Knochendichte. Die Knochen verlieren dadurch an Stabilität und werden brüchig. Je nach Ausmaß sprechen Fachleute von Osteopenie (geringer Knochendichteverlust) oder Osteoporose (starker Knochendichteverlust).

Weiter kommt es bei CED-Patienten häufiger als in der Allgemeinbevölkerung zu Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sowie zu Gallen- und Nierensteinen. Auch das Risiko für Darmkrebs ist gegenüber der Normalbevölkerung erhöht, besonders für Patienten mit Colitis ulcerosa. Selten kann als Folgeerkrankung die sogenannte primär sklerosierende Cholangitis auftreten, eine Erkrankung der Gallenwege, die letztlich zur Leberzirrhose führen kann.

Schwere Verläufe

Beim Morbus Crohn kann sich die Entzündung auf alle Wandschichten des Verdauungstrakts ausdehnen. Es drohen daher Komplikationen im umgebenden Gewebe:

Abszesse, eitergefüllte Hohlräume, entstehen, wenn sich Entzündungen in einem Gewebe abkapseln. Sie bilden sich vorwiegend im Analbereich und können sehr schmerzhaft sein. Wenn es nicht gelingt, die Abszesse zu öffnen und den Eiter abzuleiten (Drainage), kann eine Operation zur Ausräumung notwendig werden.

Fisteln sind Gänge, die sich bilden, wenn die Entzündung sich immer tiefer ins Gewebe „frisst“. Durch Fisteln können Verbindungen zu anderen Darmschlingen, zu Hohlorganen (z. B. Blase oder Scheide) oder zur Körperoberfläche entstehen. Zur Behandlung versucht man, den Eiter über Drainagefäden auszuleiten und die Fisteln heilen zu lassen. Fisteln im Analbereich können auch mit Antibiotika und Immunsuppressiva wie Azathioprin behandelt werden. Manchmal hilft aber auch hier nur eine Operation.

Verengungen im Darm (Stenosen), Darmverschluss (Ileus): Nach dem Abheilen der entzündlichen Veränderungen der Darmwand bleiben oft Narben zurück. Manchmal wird der Durchmesser des Darms, das Darmlumen, eingeengt, sodass der Speisebrei nicht weitertransportiert werden kann. Man spricht dann von einem Darmverschluss oder Ileus. Auch hier muss in der Regel operiert werden.

Lebensbedrohliche Komplikationen

Sowohl beim Morbus Crohn, als auch bei der Colitis ulcerosa kann sich der Dickdarm massiv aufblähen. Die Darmwand wird dadurch so geschädigt, dass durch sie Darminhalt ins Blut gelangt und eine Blutvergiftung (Sepsis) verursacht. Diese sehr seltene Komplikation, die mit heftigen Schmerzen, Fieber und Schüttelfrost verbunden ist, wird toxisches Megakolon genannt.

Ein Megakolon muss sofort entlastet werden. Dazu wird der Dickdarm (möglichst unter Schonung von Mastdarm und After – kontinenzerhaltend) operativ entfernt, der Dünndarm, wird über einen künstlichen Darmausgang ausgeleitet. Hat sich der Patient erholt, versucht man, die willkürliche Kontrolle der Darmfunktion über eine Verbindung zwischen Dünndarm und After wieder herzustellen.

Bei einem Megakolon, aber auch aus anderen Gründen, kann es zu einem Durchbruch (Darmperforation) kommen. Der Darminhalt fließt dann direkt in die Bauchhöhle und ruft dort eine gefährliche Bauchfellentzündung hervor. Das Leben des Patienten ist dann nur durch eine sofortige Operation zu retten.

 

 

          

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