Therapie: Individuelles Vorgehen nötig

Ziele der Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen sind

  • die Eindämmung eines akuten Erkrankungsschubs
  • das Abklingen chronischer Entzündungen
  • eine möglichst lang andauernde Remission
  • die Kontrolle von  Begleiterkrankungen (extraintestinale Manifestationen, Ernährungsdefizite, Fisteln)
     

Um diese Ziele zu erreichen, ist ein individuelles Behandlungskonzept nötig. Neben der Behandlung mit Medikamenten sind beispielsweise auch Ernährungstherapien und psychologisch-psychotherapeutische Verfahren sinnvoll, manchmal ist auch eine Operation notwendig. Darüber hinaus gibt es naturheilkundliche Ansätze zur Linderung der Entzündungssymptome, deren Wirkung aber noch nicht eindeutig durch Studien belegt ist: z. B. die Gabe von Weihrauch-Präparaten oder eine Sanierung der Darmflora mit E-coli-Präparaten vom Stamm Nissle (Probiotika). Zudem wird eine vermehrte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren empfohlen. Vor allem im akuten Schub und zum Remissionserhalt spielen aber Medikamente die größte Rolle.

Morbus Crohn

Der Morbus Crohn selbst wird heute in erster Linie mit antientzündlich wirkenden Substanzen oder mit Wirkstoffen, die die überschießende Aktivität des Immunsystems regulieren, behandelt. Meist sind dies chemische Abkömmlinge des Kortisons (Glukokortikoide), die 5-Aminosalizylate (5-ASA) und Immunmodulatoren. Wenn durch diese Substanzen kein Ansprechen erzielt wird, werden sogenannte Reservemedikamente eingesetzt, beispielsweise bestimmte Zytostatika sowie Biologika, die entzündungsfördernde Botenstoffe blockieren. Sie werden zurückhaltend verabreicht, zum Beispiel weil man mit ihnen noch nicht viel Erfahrung hat oder weil sie eventuell noch nicht für die Behandlung des Morbus Crohn zugelassen sind. Leidet ein Patient auch unter Fisteln, so werden auch geeignete Antibiotika verordnet.

Colitis ulcerosa

Auch bei der Colitis ulcerosa sind Glukokortikoide und 5-ASA-Präparate der Standard der antientzündlichen Therapie. Bei Nichtansprechen werden Immunmodulatoren, in schwereren Fällen auch hochwirksame Immunsuppressiva verordnet, ebenso Biologika.

Leitlinien geben Sicherheit

Die Leitlinien geben die Empfehlungen eines Expertengremiums und der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften wieder. Die Empfehlungen stützen sich auf aktuelle Studienergebnisse. Ziel der Leitlinien ist es, die Behandlung nachvollziehbar zu machen und auf einem einheitlich hohen Niveau zu halten. Dazu werden die Empfehlungen im Abstand von einigen wenigen Jahren aktualisiert.

Medikamente

Aus den zahlreichen Medikamenten unterschiedlicher Wirkstärke, die es heutzutage zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen gibt, können Gastroenterologen nahezu jeden Schweregrad und jedes Stadium einer CED kontrollieren.

  • Kortisonpräparate (auch Glukokortikoide, Kortikosteroide, Kortikoide oder Steroide) sind Abkömmlinge des körpereigenen Hormons Kortison. Sie hemmen das Immunsystem und wirken so antientzündlich. Systemische – also im ganzen Körper wirkende – Glukokortikoide sind hoch wirksam, können aber auch Nebenwirkungen im gesamten Organismus entfalten. Sie werden im akuten schweren Schub eingesetzt. Lokal im Darm wirkende (topische) Formen, die bei leichten bis mittelschweren Schüben eingesetzt werden, sind im Allgemeinen nebenwirkungsärmer, allerdings auch nicht so stark wirksam. Kortisonpräparate sind aus der Therapie der CED nicht wegzudenken. Sie sollten aber wegen ihrer Nebenwirkungen nur bis zum Erreichen der Remission (Symptomfreiheit) eingenommen werden.
     
  • Die entzündungshemmenden 5-Aminosalizylate haben ebenfalls einen festen Platz in der CED-Behandlung. Für die orale Einnahme werden sie so „verpackt“, dass der Wirkstoff erst ab dem unteren Dünndarm freigesetzt wird und so in jene Bereiche gelangt, die am häufigsten von Entzündungen betroffen sind. Wenn nur Rektum oder unterer Dickdarm befallen sind, wird der Wirkstoff in Form von Zäpfchen, Rektalschaum oder Einläufen (Klysmen) dorthin gebracht.
    Da die 5-Aminosalizylsäure vor allem bei leichten und mittelschweren Schüben, bei chronisch aktiven Verläufen und zur Vorbeugung eines Schubs in der Remission eingesetzt wird, können die Behandlungszeiträume sehr lang sein. Mesalazin ist im Allgemeinen auch in der Langzeittherapie sehr gut verträglich. Nebenwirkungen wie Bauch- oder Kopfschmerzen oder Überempfindlichkeitsreaktionen sind selten.
     
  • Immunmodulatoren bremsen die überschießende Aktivität des Immunsystems auf ein normales Maß herunter. Sie kommen zum Einsatz, wenn mit Glukokortikoiden eine zufriedenstellende und nachhaltige Symptomkontrolle nicht erreicht wird.
    Heute bestehen umfangreiche Erfahrungen mit Medikamenten aus dieser Gruppe. Bei ca. drei Viertel der Patienten kann damit die Entzündung gestoppt werden, sodass die Glukokortikoide abgesetzt oder in niederigerer Dosis gegeben werden können. Wenn andere Medikamente versagen, können Biologika wie Interleukin- oder TNF-alpha-Blocker eingesetzt werden. Sie neutralisieren die Wirkung von entzündungsfördernden Botenstoffen, etwa der Interleukine oder des Tumornekrosefaktors alpha. Bei schweren Schüben einer Colitis ulcerosa werden auch Immunsuppressiva eingesetzt.
     
  • Probiotika enthalten lebende Mikroorganismen, die das Gleichgewicht der Darmflora stabilisieren sollen. So können Präparate mit Escherichia-coli-Bakterien vom Stamm Nissle zum Remissionserhalt bei der leichten bis mittelschweren ausgedehnten Colitis ulcerosa eingesetzt werden. Ob ein Einsatz auch beim Morbus Crohn sinnvoll ist, lässt sich derzeit nicht beurteilen, weswegen es auch keine Therapieempfehlung gibt.
    Die Wirkungsweise der Probiotika ist noch nicht geklärt. Möglicherweise veranlassen sie die vermehrte Bildung körpereigener infektionshemmender Stoffe (Defensine). Es könnte auch sein, dass die Mikroorganismen Nischen im Darm besetzen, die ansonsten von krankheitsauslösenden Bakterien eingenommen werden könnten.
     

Hochleistungsorgan Leber

Als zentrales Stoffwechselorgan und größte Drüse des Organismus erfüllt die Leber vielfältige Aufgaben. Sie verwertet und speichert Nährstoffe, produziert z. B. Gerinnungsfaktoren, baut Stoffwechselprodukte, Medikamente und Giftstoffe ab und scheidet die Abbauprodukte mit der Gallenflüssigkeit aus.

Die Leber verfügt über eine sehr hohe Regenerationskraft, trotzdem kann sie aber selbst erkranken.

Bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen, Leberschrumpfung (Leberzirrhose) und Schäden durch Lebergifte (toxische Leberschädigungen) können bewährte Pflanzenwirkstoffe, z. B. aus der Mariendistel, die Behandlung unterstützen.

Silibene® enthält Silymarin aus dem Trockenextrakt der Mariendistel. Silibene® erhalten Sie verordnungsfrei in Ihrer Apotheke.

 

 

          

DQS-zertifiziert für den Unternehmensbereich Pharmakovigilanz

 

 

Vermeiden statt leiden – Aktiv gegen Darmkrebs

Die Stiftung LebensBlicke setzt sich für die Früherkennung von Darmkrebs ein und motiviert Menschen zu lebensrettender Vorsorge.

Unterstützen Sie uns! Spendenkonto 968, Sparkasse Vorderpfalz, BLZ 545 500 10.

 

Produkt Schnellwahl